Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Gläser von

Gläser

Eins war mein Glas so voll und glänzte rein,
Ich hobs erglühend in den Tag hinein.
Im ersten Wunsche bebten mir die Hände,
Ob ich ein solches Glas zum Tauschen fände.

Und dieses Glas, gefüllt bis an den Rand,
Ich gab es Einer in die schlanke Hand
Und nahm das ihre, dumpf im Wunsch versunken,
Und sieh, das ihre war schon angetrunken ...

Nu reichst Du mir das deine, das ist voll
Wie meines war, da es noch überquoll,
Und nimmst das meine, in dem Schatten blinken;
Wir lieben uns und wollen beide trinken.

O hätt' ich einst in meinem Morgenrot
Eine gefunden, die ein solches bot!