Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Die Knechte von

Die Knechte

Tausend Stirnen, glanz- und jugendumwoben,
Sah ich voll Sehnsucht nach ewigen Kränzen erhoben.
Ach, und wie viele
Küßte der Lorbeer am Ziele!

Steil ist der Weg, und bitter schmeckt Hungern und Dürsten.
Knechte wurden, die einst sich träumten als Fürsten;
Lassen sich g'nügen,
Talwärts den Acker zu pflügen.

Manchmal nur zittert die ruhende Faust am Sterze,
Weckt ein hallender Ton ihr schlummerndes Herze,
Hören ein Singen
Über sich schweben wie Schwingen.

Das sind Gefährten, die einst mit ihnen gegangen,
Trotzige Sieger, die gläubig das Schicksal bezwangen,
Die nun den Gründen
Wunder der Schönheit verkünden!

Aber die Knechte stehn in den Furchen und sinnen,
Träume der Jugend steigen empor und zerrinnen,
Alles war Lüge!
Stumpf ward das Herz -
Und weiter furchen die Pflüge!