Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Herbstlied von

Herbstlied

Sieh ihn durch die Wolken streichen,
Stürmisch-schnell und schwarz geballt;
Hör' ihn seufzen in den Eichen,
Auf verwelkten Blättern schleichen,
Brausen durch den bangen Wald.

Letzte Blume liegt im Staube,
Letzte Sonne wärmt sie mild;
An der dürren Rebenlaube
Zitttert die vergeßne Traube,
Und die Wasser schwellen wild.

Rasch ein letztes Lied gesungen,
Eh' das Leben ganz entwich,
Eh' in grauen Dämmerungen
Winter alles kalt verschlungen,
Lieder, Blumen, Herbst und - mich!