Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Im Tannengrund von

Im Tannengrund

Im Tannengrund verloren steht
Ein altes Kreuz von Stein,
Nur eine Waldspur, halb verweht,
Führt tief den Grund hinein.

Was hier geschah - die Tanne spricht
Davon kein flüsternd Wort;
Das Moos am Steine Weiß es nicht,
Wie träumend wächst es fort.

Kein Wasser rinnt, kein Vogel singt,
Hier steht so still die Zeit!
Zur Seele bebt, zur Seele dringt
Kein Laut von Lust und Leid.

Und doch- wer glänzend stolz und groß
Sein eitel Herz berauscht,
Bedenk' es wohl, ob unterm Moos
Der Tote mit ihm tauscht!