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Das letzte Sakrament von

Das letzte Sakrament

Die Mutter stirbt: - der Abend schaut herein,
Und goldne Lichter spielen um den Schrein,

Als sei der Engel nahe, der den Gram
Aus ihren Zügen still zu löschen kam.

Den Gram? O nein! Sie lächelt sanftbeglückt,
Als hätte man zur Feier sie geschmückt.

Der Priester mit dem Sakrament, - um ihn
Des Hauses Kinder alle auf den Knie'n.

Es ist der Sohn, an dem ihr Auge hängt,
Aus dessen Hand die Hostie sie empfängt.

?Er ist so gut, so kindlich fromm und rein,
Herr, deiner Huld lass' ihn befohlen sein!"

Dem Jüngling rollt die Träne aus dem Aug',
Doch treu und fest übt er der Kirche Brauch

Und salbt mit heil'gem Öl der Mutter Mund,
Der ihn geküßt seit seiner ersten Stund',

Die Hände, die ihn liebend zart gepflegt,
Zu weichem Schlummer sorgsam hingelegt, -

Die Augen, die zeitlebens ihn bewacht,
Und die er schließen soll zu ew'ger Nacht! -

Gebet und Schluchzen rings im Schwesternkreis,
Ein Engel wandelt durch das Zimmer leis.

Mit deines Sohnes Antlitz fromm und mild
Der Bote ist es aus dem Lichtgefild!

Was nur dem Mutterherzen Glück gewährt,
Das hat sich dir zum Heiligsten verklärt.

Es leitet dich durch aller Sel'gen Chor
Die Kindeslieb' zu Gottes Thron empor.