Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Gesostris von

Gesostris

Auf gold'nem Wagen fährt er durch das Land,
Vier Könige ins Sklavenjoch gespannt.

Er blickt von der Quadriga niederwärts',
Und das Gespann erfreut sein stolzes Herz.

Er treibt mit Wort und Hand die Fürsten an;
Der eine wendet sich — was er wohl sann?

Sesostris spricht: du wendest, Sklav', dein Haupt,
Suchst du der Krone Glanz, die dir geraubt?

?O nein, ich seh' nur, wie so wunderlich
An dem Gefährt' die Räder drehen sich.

Was unten war, sich flugs nach oben schwingt,
Udn was ich oben schau', nach unten sinkt."

Sesostris schweigt, und sein Gesicht wird bleich;
Die Stränge löst ein schneller Schwertesstreich.