Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Sizilianen von

Sizilianen

1.
Nun ist es Nacht, und Dämm'rung hüllt die Tale
Die lindenduftigen, in Schweigen ein,
Nachtfalter schwärmen in des Mondes Strahle,
Und jeder Kelch verklärt ein Silberschein;
Da ist die Stunde, wo zum Festesmahle
Die Elfen nah'n in lustigem Verein;
O, säume nicht, mein Lieb, aus gold'ner Schale
Kredenzt Titania dir und mir den Wein.

2.
Du bist derselbe, gestern, so wie heute,
Und wirst derselbe sein in Ewigkeit,
Wenn das Erschaff'ne der Vernichtung Beute,
Bist du der Eine, sonder Raum und Zeit.
Derselbe, den der Sterne Wandel freut,
Webt ohne Makel auch der Rose Kleid,
Und der die Welten durch die Himmel streute,
Wägt zagend Herz, auch dir dein Glück und Leid.