Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Tiefe Ruhe von

Tiefe Ruhe

Schwerfällig geht der Knecht im Hofe
Noch her und hin und hin und her,
Verwahrt verdrossen das Geräte
Und schiebt am Tor den Riegel quer.

Ich seh' von meinem Fensterplatze
Das wandernde Laternenlicht,
Wie es sich in den Wasserlachen
Des Pflasters trübe leuchtend bricht.

Die Fohlen scharren dumpf im Stalle,
Des Nachbars Hund schlägt leise an –
Dann wirds so still, daß ich das Wehen
Des eignen Atems hören kann ...

Wie wunderlich dies tiefe Schweigen,
Da weit und breit sich nichts mehr rührt,
Und man das große, reiche Leben
Nur an dem eignen Herzschlag spürt.