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Seemannsregel von

Seemannsregel

Da fahr ich hinaus in die tosende See,
Hinaus in das Donnern und Grollen!
Es tobt der Wind, und gepeitscht zu Schnee
Die Wogen stoßen und rollen.

Die Planke bebt, und mir bebt das Herz
Vor dem Aufruhr, der uns erfaßte;
Doch meine sechs Leute – sechs Männer von Erz –
Befest'gen das Segel am Maste.

Sie binden es fest – mag die salzige Flut
Auch waschen ihre Teerjacken –
Mag der Wind auch zerren – den ledernen Hut
Sie tragen ihn tief im Nacken.

Der Eine von ihnen hat fest und schwer
Den Steuerbord bestiegen;
Die andern liegen im Boot umher
Und lassen es fliegen, fliegen!

Sie finden das Wetter nach ihrem Geschmack,
Mag das Wasser auch schäumen und toben:
Sie liegem im Boot und kauen Tabak
Und halten den Kopf hübsch oben.

Und wie nun ringsum ein Brausen schallt
Wie von jauchzenden Stimmen und Chören:
Da mein' ich bald näher und ferner bald
Einen ernsten Gesang zu hören.

Fasse Mut! und will dich voll wilden Schrecks
Umringen der Stürme Wüten:
So denk' an die See! So denk' an die Sechs,
Die Sechs mit den Lederhüten!

Du hast schon erlebt manch' bösen Tag
Und hast dich wieder erhoben;
Darum laß wettern, was wettern mag,
Und halte den Kopf hübsch oben.

Und ob es bläst aus West, aus Ost:
Setz' nur zurecht dein Segel,
Halte fest das Steuer und fahre getrost –
So lautet die Seemannsregel!