Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Wie Sonne die Augen zugetan von

Wie Sonne die Augen zugetan,
Der Mond ihr nachblickt mit Harme,
Fängt das Kindlein zu weinen an
Selbst auf der Mutter Arme.

Es hat in die Welt hinausgelacht,
So lange sie golden gefunkelt;
Den schönen Schimmer hat die Nacht,
Das Augenspielzeug, verdunkelt.

Einen Schauer fühlt die Natur,
Die Blätter beben im Winde;
Du, Mensch, bist ihm entwachsen nur,
Doch fühlst du ihn nach im Kinde.

Die Vöglein schließen die Augen zu,
Den Graus der Nacht nicht zu sehen.
Mutter! bringe dein Kind zur Ruh!
Es kann nichts Bessers geschehen.