Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Wie lang die Nacht von

Wie lang die Nacht

Wie lang,
O wie so lang die Nacht,
Wenn draußen der Regen tropft!
Wie bang,
O wie so bang sich's wacht,
Wenn ans Herz die Reue klopft!

Wie gern,
Wie vergäß' ich so gern mein Leid
Und die Qualen im Schlummer tief;
Doch fern,
O für immerdar fern die Zeit,
Da ich zukunftsträumend noch schlief!

Wie Schaum,
Wie im Winde der Schaum zerging
Mein Glück und das Herz ward leer;
Kein Traum,
Kein lieblicher Traum umfing
Mir die krankende Seele mehr.

Wenn der Flor,
Wenn der nächtliche Flor leicht rauscht
Und die schlummernde Erde umhüllt,
Mein Ohr,
Mein horchendes Ohr, es lauscht,
Von den Stimmen der Reue erfüllt.

O Hauch,
O tröstender Hauch der Nacht,
Alle Stürme beschwichtigst du ?
Küss' auch,
O küsse du auch nun sacht
Mir die brennende Wimper zu!