Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Wie wühlen so wild - von

Wie wühlen so wild die Winde
Da draußen in hoher Linde,
Bis daß sie steht entlaubt!
So wühlen die Nachtgedanken,
Die schweren, kummerkranken,
In Vaters müdem Haupt.

Die Nacht, die Nacht ist dunkel,
Nicht Mond, noch Sterngefunkel
Am Himmel rings umher:
Und wilder rauscht's im Baume,
Und ach! im bangen Traume
Die Mutter seufzet schwer.

Die Kindlein aber liegen
So lächelnd in der Wiegen,
Sie atmen leis' und lind:
Sie hören in ihrem Schlummer
Nicht seufzen den stillen Kummer,
Nicht toben den lauten Wind!