Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Männerglück von

Männerglück

An Wolf Grafen Baudissin.

1811.

Was ist herrlichster Klang? Ist's droben
Auf des Donnerers Stühlen sitzen
Und, von wolkiger Nacht umwoben,
Rings aus rollenden Wettern blitzen?
Brausend in Hagelschauern und Regen
Niedersenden Schrecken und Segen?
Ist es der Klang?

Nein. Wo Schwerter auf Schwerter klingen,
Fahnen rauschen und Kugeln zischen,
Männer blutig mit Männern ringen,
Tod und Sieg sich stäubend vermischen,
Dort, wann Trommeln, Pfeifen erschallen,
Für das geliebte Vaterland fallen,
Das ist der Klang.

Aber lieblich auch klinget der Reigen,
Den die Göttin des Reizes führet,
Die mit Flöten und süßen Geigen
Schön die Feste der Menschen zieret:
Bacchus und Phöbus folgen der Holden,
Friede bewohnet die Häuser, und golden
Winket die Ruh'.

Selig, welchem die droben walten
Beides geben in gleichen Maßen!
Denn wo Friede und Krieg sich spalten,
Öffnet Unheil die breiten Straßen.
Fertig zum Schwertertanze, zur Leier
Haltet des Lebens würdige Feier,
Männer des Kampfs!