Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Es spricht der freche Bösewicht: von

Es spricht der freche Bösewicht:
Ich bin durch mich geworden,
Und macht die Welt zum Hochgericht
Und lüstet nur nach Morden
Und ruft in seinem eitlen Wahn:
Die Länder sind mir untertan,
Ich bin der Herr der Erde.

Und weiß nicht, daß den Sternensitz
Der höchste Meister lenket,
Der schneller als sein Flammenblitz
Die Ewigkeiten denket,
Der Tyrannei wie Spreu verweht,
Sein heißt die erste Majestät,
Sein Walten hat kein Ende.

Der zieht die rechten Waffen an,
Wer ihm allein vertrauet,
Dem Helden, welcher helfen kann,
Wann Tod und Furcht ergrauet:
Wer sich auf solchen Schutz verläßt,
Der steht im Glück und Unglück fest,
Kein Teufel mag ihn schrecken.

Drum unverzagt und wohlgemut,
Wer Freiheit liebt und Ehre!
Ein recht Gewissen streitet gut
Und schlägt die größten Heere,
Ein treuer Sinn ist echter Stahl
Und überwindet tausendmal,
Was Gott den Herrn nicht fürchtet.

So kniet hin und betet an
Und schwört die rechte Treue,
Daß sich in jedem deutschen Mann
Der alte Trost erneue,
Daß wir den Glauben halten fest,
Daß Gott uns nimmermehr verläßt,
Wenn wir ihn nicht verlassen.