Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Wenn du noch eine Heimat hast von

Wenn du noch eine Heimat hast,
So nimm den Ranzen und den Stecken,
Und wandre, wandre ohne Rast,
Bis du erreichst den teuren Flecken.

Und strecken nur zwei Arme sich
In freud'ger Sehnsucht dir entgegen,
Fließt eine Träne nur um dich,
Spricht dir ein einz'ger Mund den Segen,

Ob du ein Bettler, du bist reich.
Ob krank dein Herz, dein Mut beklommen,
Gesunden wirst du allsogleich,
Hörst du das süße Wort: Willkommen!

Und ist verwelkt auch jede Spur,
Zeigt nichts sich deinem Blick, dem nassen,
Als grünberast ein Hügel nur
Von allem, was du einst verlassen:

O nirgends weint es sich so gut,
Wie weit dich deine Füße tragen,
Als da, wo still ein Herze ruht,
Das einstens warm für dich geschlagen.