Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Am Strande von

Am Strande

Die Sonne sank, ich war allein am Strande
Und blickte lange in des Himmels Glut
Nach jenen Wolken, welche auf die Flut
Herniedersanken, blau mit goldnem Rande.

Sanft wallten die Gewässer auf und nieder
Und plätscherten mit weißem Flockenschaum,
Als spielten sie halb wachend, halb im Traum
Und summten leise süße Schlummerlieder.

Dann blickte scheidend noch die schöne Sonne
Auf all die Pracht halb aus der Flut hervor,
Ein selig Flüstern schauerte durch's Rohr, -
Dann Alles eine stille, große Wonne.

Doch mich durchdrang ein tiefes, heißes Sehnen,
Gar wunderweh zu Muthe wurde mir,
Und meine Seele flog zu dir, zu dir,
Und meine Augen füllten sich mit Thränen.

So hab' ich still den schönen Strand verlassen;
Zu groß war all die Herrlichkeit und Lust
Für eine einz'ge arme Menschenbrust.
Und nur mit dir vereint könnt' ich sie fassen.