Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Am dritten September 1870 von

Am 3. September 1870

Nun laßt die Glocken vom Turm zu Turm
durchs Land frohlocken im Jubelsturm!
Des Flammenstoßes Geleucht facht an,
der Herr hat Großes an uns gethan,
Ehre sei Gott in der Höhe!

Es zog von Westen der Unhold aus,
sein Reich zu festen in Blut und Graus.
Mit allen Mächten der Höll' im Bund.
Furchtbar dräute der Erbfeind!

Vom Rhein gefahren kam fromm und stark
mit Deutschlands Scharen der Held der Mark;
Die Banner flogen und über ihm
in Wolken zogen die Cherubim.
Ehre sei Gott in der Höhe!

Drei Tage brüllt die Völkerschlacht,
ihr Bluthauch hüllte die Sonn' in Nacht;
Drei Tage rauschte der Würfelfall,
und bangend lauschte der Erdenball.
Furchtbar dräute der Erbfeind!

Da hub die Wage des Weltgerichts
am dritten Tage der Herr des Lichts,
Und warf den Drachen vom güldnen Stuhl
mit Donnerkrachen hinab zum Pfuhl!
Ehre sei Gott in der Höhe!

Nun bebt vor Gottes und Deutschlands Schwert
die Stadt des Spottes, der Blutschuld Herd;
Ihr Blendwerk lodert wie bald zu Staub,
und heimgefordert wird all ihr Raub.
Nimmermehr dräut uns der Erbfeind!

Drum laßt die Glocken vom Turm zu Turm
durchs Land frohlocken im Jubelsturm!
Des Flammenstoßes Geleucht facht an!
der Herr hat Großes an uns gethan.
Ehre sei Gott in der Höhe!