Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Sonett von

Sonett.

In raschem Kreislauf wechselt Glück ind Leid,
Und nirgends siehst du dauerndes Bestehen -
Beängstigend ist dieses Kommen, Gehen,
Der Pendelschlag der ruhelosen Zeit.

Mir graut vor dieses Wechsels Stetigkeit:
Des Sommers Fußspur muß im Schnee verwehen,
Und die du heut im Brautgewand gesehen,
Die Flur trägt morgen schon ihr Sterbekleid.

Wann endlich tagt das Licht, das wandellose,
Dem nicht verrät'risch sich die Nacht verbündet,
Die jedes Tages dunkler Abschluß ist!

Wann naht der Lenz, wo Nachtigall und Rose
Im Kommen nicht das Scheiden schon verkündet -
Wo du, wie Gott, o Schönheit, ewig bist!