Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Stille von

Stille

Wie liebe ich die stillen Seelen!
Die Stille ist des Himmels Bild;
Wie hohe Gaben ich mag wählen,
Die Stille nur aus Heil'gem quillt.

Still ist die Einsamkeit, der Friede,
Es weint in Sehnsucht still der Schmerz,
Und waltet stille Gluth im Liede,
Dringt es am tieftsten in das Herz.

Still sind Gedanken, Blumentriebe,
Still ist der Schlaf, des Todes Schein,
Still ist der Traum mit seiner Liebe,
Bewegt, doch still, ein edles Sein.