Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Gottes Gericht von

Gottes Gericht

1813.

Es wirbeln die Trommeln: Heraus! Heraus!
Der Feind ist vergangen mit Mann und Maus,
Da liegt er zerschmettert durch Gottes Hand,
Und seine Gebeine bedeckt kein Sand.

Die Raben, sie krächzen, die Krähen sind laut,
Der Winter hat Brücken von Eis gebaut,
Der Hunger ist bitter und tief der Schnee -
Was will das bedeuten? O weh! O weh!

Vierhundertmaltausend zu Roß und Fuß
Gingen über die Weichsel, den Niemenfluß,
Vierhundertmaltausend - o welch ein Heer!
Gott hat sie zerstört und der Russen Wehr.

Napoleon hat auf den Teufel gebaut,
Alexander der Kaiser hat Gott vertraut,
Die Franzen verehrten Wollust und Geiz,
Die Russen verehrten das heilige Kreuz.

Die Franzen, sie prahlten im trotzigen Mut,
Die Russen, sie brannten von frommer Glut,
Die Franzen, sie stritten für Lug und Wind,
Die Russen, sie stritten für Weib und Kind.

Drum wurden die Franzen wie Sand verweht,
Wann Sturmwind hinunter-, hinübergeht;
Ihr Grab ist das Wasser, der Schnee ihr Bett,
Sie machen die Wölfe und Raben fett.

Es wirbeln die Trommeln: Heraus! Heraus!
Zum Kriege der Rache ins Feld hinaus!
Die Franzen sie fliehen! Frisch hinterdrein!
Wer wollte wohl heute der letzte sein?

Auf! Frische Gesellen! Und greift die Wehr!
Auf! Über die schnöden Banditen her!
Färbt Lanzen und Schwerter im Blute rot
Und schlaget die Schelmenfranzosen tot.

So hetzet sie munter zum Rhein, zum Rhein,
Und über den Rhein und über den Rhein;
Wo Worte der Treue der Deutsche spricht,
Da wohne französische Lüge nicht.

Die Raben sie krächzen, die Krähen sind laut,
Der Winter hat Brücken von Eis gebaut,
Der Hunger ist bitter und tief der Schnee -
Was will das bedeuten? O weh! O weh!