Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Danklied von

Danklied

1843.

Frischauf, mein Herz, und werde Klang!
Und, Seele, werde Lied!
Und, Freude, töne Lobgesang,
Der mir im Busen glüht!
Denn er, der alle Himmel rollt
Und zählt das Sternenheer,
Denn Gott, der Vater fromm und hold,
Verläßt mich nimmermehr.

Ich lag, umhüllt mit Finsternis,
Die aus der Hölle kam,
Und durch die tiefste Seele riß
Mit Tigerklaun der Gram,
Gebrochen war mir alle Kraft,
Erloschen aller Mut,
Da rief ich dem, der alles schafft:
Mach's, Vater, mach' es gut!

Und plötzlich ward die Nacht zu Licht,
Zur Wonne ward das Leid,
Und wieder schaut' ich aufgericht't
Des Lebens Herrlichkeit,
Den blauen, lichten Sternenraum,
Der Erde Blumenfeld -
Da war mein Jammer nur ein Traum,
Die Welt die beste Welt.

Drum dank' ich dem, der Wunder tut
Und Güte für und für,
Es rieselt jeder Tropfen Blut
Den Lobgesang in mir,
Es wird ein jeder Blick ein Strahl,
Der auf gen Himmel dringt,
Und tausend, tausend, tausend Mal
Das Heilig! Heilig! klingt.

Denn wie die Kindlein in dem Schoß
Die treue Mutter hegt,
Läßt seine Treue nimmer los,
Die alles selig trägt,
Und seine Liebe lockt so süß,
Was Liebe mag verstehn,
Daß wir zu ihm ins Paradies
Der Lust und Unschuld gehn.