Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Stille von

Stille

Wenn ein Kranker schlummernd liegt,
Mild vom Traumesarm gewiegt,
Schweigen Alle im Gemache,
Daß der Arme nicht erwache.

Leis' ihr Hauch und stumm ihr Mund,
Kaum berührt ihr Fuß den Grund -
Und der Kranke schlummert weiter,
Ruhbeseligt, traumesheiter.

Innig fleh' ich jetzt zu dir:
Halte du es so mit mir,
Mit dem tieferschöpften Herzen,
Das entschlummert ist voll Schmerzen.

Halb verblutet schläft es fort;
Weck' es nicht mit deinem Wort;
Trage schonendes Erbarmen
Mit dem kranken, müden, armen.

Willst du's wecken, sei's zum Glück,
Kannst du dies nicht, tritt zurück;
Gieße Gift nicht in die Neige
Meines Lebens! schweige! schweige!