Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

Marie vom Oberlande von

Marie vom Oberlande.

Wie sind so schön auf Helgoland
Die Mädchen und die Weiber!
Der rote Rock mit gelbem Band
Umschließt die schlanken Leiber.
Ja, Perlen sind's von klarem Schein
Im öden Dünensande:
Die schönste Perle nenn' ich mein,
Marie vom Oberlande!

Es grünt ein Bäumlein auf dem Falm,
Ein Häuslein steht darunter:
Rings um die Thür wächst Busch und Halm
Und rauscht allzeit so munter.
Aus Rosen schaut ein Fensterlein
Wohl nieder bis zum Strande:
Die schönste Rose nenn' ich mein,
Marie vom Oberlande!

Zum grünen Wasser heißt ein Saal,
Das ist ein fröhlich Klingen,
Wenn bei der Sonntagslichter Strahl
Die lust'gen Schiffer springen.
Wie leuchtet dann der Mädchen Reihn
Im festlichen Gewande:
Die schönste Dirne nenn' ich mein,
Marie vom Oberlande!

Vom flachen Strande stößt ein Kahn,
Der Wind, die Wellen toben.
Ein Fensterlein ist aufgethan,
Ein Tüchlein weht von oben.
Ach Gott, es muß geschieden sein,
Ob wild die See auch brande:
Auf Wiedersehn, Herzliebste mein,
Marie vom Oberlande!