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So wird es geschehn! von

So wird es geschehn!

Wie der Wolf, der Assyrier, in klirrender Pracht
Einbrach in die Hürden Judäas bei Nacht;
Wie der Perser, der Ketten anlegte dem Meer,
Über Hellas ergoß sein barbarisches Heer;

Wie der Hunne, ein Pfeil, den die Steppe verschoß,
Auf die Abendwelt niederfuhr, zahllos zu Roß;
Wie die Flotte, die unüberwindlich er hieß,
Wider England der Spanier brüsten sich ließ;

Wie der Korse, der Ohm, in unendlichen Reih'n
Seine Tausende führte nach Rußland hinein;
Wie auf Leichen er aufschlug sein blutig Gezelt,
Und vermessen sich wähnte den Herrscher der Welt:

So bekriegt jetzt der Korse, der Neffe des Ohms,
So bekriegt er die Ufer des deutschesten Stroms;
Es schüttern die Kolben, es rasselt der Stahl -
Seinem Troß gern kredenzt' er des Rheinlands Pokal!

Dem Turco! dem Spahi! der stürzt ihm das Reich:
Wie er selber, Hyäne und Schakal zugleich!
Der bellt auf Geheiß, o verworfenes Spiel,
Deinen heiligen Hymnus, o Rouget de Lisle!

Von der Saar und der Mosel zum Odenwald schallt's;
Da erbleicht, da erzittert die Jungfrau der Pfalz;
Am Busen der Mutter verbirgt sein Gesicht
Der Säugling, - ihr Lieben, o fürchtet euch nicht!

Euch zu schützen, rückt Deutschland, das ganze, heran;
Seine Tausendmaltausend stehn da, wie ein Mann;
Stürmen an, drängen vorwärts, ein wuchtiger Keil,
Zum Verderben dem Zwingherrn, den Völkern zum Heil!

So wird es geschehn! Den Assyrier zerbrach,
Den Perser, den Hunnen ein einziger Tag;
Ihre Macht, ihre Pracht, sie verging wie ein Rauch -
Die Armada zerblies des Allmächtigen Hauch!

Und ihn, der sich wähnte den Herrscher der Welt,
Hat das Feuer im Bund mit der Kälte gefällt!
Nur Geduld! Noch ein Tag, - und ein rächender Blitz
Flammt den Frevler, den Zuaven im Purpur, vom Sitz!

3. August 1870.