Northeimer Datenbank Deutsches Gedicht

O du, vor dem die Stürme schweigen von

O du, vor dem die Stürme schweigen.

O du, vor dem die Stürme schweigen,
Vor dem das Meer versinkt in Ruh',
Dies wilde Herz nimm hin zu eigen
Und führ' es deinem Frieden zu;
Dies Herz, das ewig umgetrieben,
Entlodert allzurasch entfacht,
Und ach! mit seinem irren Lieben
Sich selbst und andre elend macht!

Entreiß' es, Herr, dem Sturm der Sinne,
Der Wünsche treulos schwankem Spiel,
Dem dunklen Drange seiner Minne;
Gieb ihm ein unvergänglich Ziel;
Auf das es, los vom Augenblicke,
Von Zweifel, Angst und Reue frei,
Sich einmal ganz und voll erquicke,
Und endlich, endlich stille sei.