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O laß sie blühn, die sanften Tage! von

O laß sie blühn, die sanften Tage!

O laß sie blühn die sanften Tage -
So mild erhellt, so morgenschön!
Wie einer Jugend ew'ge Sage,
Wie einer Glücke leis Getön.
O laß sie rein, die klare Quelle -
An diesem Frieden rühre nicht!
Mit ist so wohl in milder Helle,
Die aus dem Aug der Liebe spricht.

O laß sie blühn die sanften Tage -
Und rüttle nicht an altem Leid!
Versunken liegt's im Sarkophage,
Denn wir begruben seine Zeit.
Und nun? o lehr' dein Herz verstehen
Der sel'gen Stunden Wonneschaum,
Es trägt der Mensch so kurz zu Lehen
Des Erdendaseins Blütentraum.

O laß sie blühn die sanften Tage!
Es kommt der Sturm, eh' du's gedacht;
Es kommt die Not, des Lebens Plage,
Und das Verhängnis über Nacht;
Drum laß sie blühn! genießen lerne
Das stille Glück, das dich umgiebt.
Wie bald verschwimmt's in ew'ge Ferne,
Sein Segen bleibt - wenn du's geliebt.